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Technical details / DIN standard / DIN 4102

DIN 4102

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Teil 4

 

Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen

Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile

 

8.4 Feuerwiderstandsklassen von G-Verglasungen

 

8.4.1 Anwendungsbereich

8.4.1.1 Die folgenden Angaben gelten für Verglasungen aus Glasbausteinen nach DIN 18175 / EN 1051 der Masse l x b x h = 190 mm x 190 mm x 80 mm, Betongläser nach DIN 4243 und für Verglasungen aus Drahtglas (Gussglas oder Spiegelglas).

 

8.4.1.2 Die Angaben gelten nicht für Verglasungen mit anderen Maßen oder anderen Glasbausteinen bzw. Scheiben und nicht für den geneigten oder waagerechten Einbau mit Ausnahme der in Abschnitt 8.4.2 genannten Verglasungen.

 

Anmerkung: Die Brauchbarkeit nicht genormter Bauarten von G-Verglasungen mit Ausnahme der Verglasungen nach den Abschnitten 8.4.5 bis 8.4.6 kann nicht allein durch Prüfzeugnisse nach DIN 4102 Teil 13 beurteilt werden; es sind weitere Eignungsnachweise zu erbringen - z.B. im Rahmen der Erteilung einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung.

 

8.4.1.3 G-Verglasungen nach den Angaben von Abschnitt 8.4 verhindern den Flammen- und Brandgasdurchtritt, jedoch nicht den Durchtritt der Wärmestrahlung.

 

Anmerkung: Nach bauaufsichtlichen Vorschriften dürfen G-Verglasungen nur an Stellen eingebaut werden, an denen wegen des Brandschutzes keine Bedenken bestehen (z.B. als Lichtöffnungen in Flurwänden, wenn die Unterkante der G-Verglasungen mindestens 1,8 m über Oberfläche Fertigfußboden (OFF) angeordnet ist). Über die Zulässigkeit der Verwendung der G-Verglasungen entscheidet die zuständige Bauaufsichtsbehörde in jedem Einzelfall.

 

8.4.2 Randbedingungen für waagerecht angeordnete Verglasungen aus Glasbausteinen

8.4.2.1 Als Glasbausteine sind Betongläser nach DIN 4243 zu verwenden.

 

Anmerkung 1: Die Brauchbarkeit nicht genormter Bauarten von Betongläsern kann nicht allein durch Prüfzeugnisse beurteilt werden; es sind weitere Eignungsnachweise zu erbringen - z.B. im Rahmen der Erteilung einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung.

 

Anmerkung 2: Wegen der Beurteilung des Brandverhaltens von Decken aus Glasstahlbeton unter Verwendung allgemein bauaufsichtlich zugelassener Betongläser siehe Schriftenreihe des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton, Heft 352.

 

8.4.2.2 Für die Bemessung von waagerecht angeordneten Verglasungen aus Glasbausteinen (Betongläsern) gilt DIN 1045/07.88, Abschnitt 20.3.

 

8.4.3 Randbedingungen für senkecht angeordnete Verglasungen aus Glasbausteinen

8.4.3.1 Die zulässige Größe der Verglasung beträgt maximal 3,5 m2 wahlweise im Quer- oder Hochformat angeordnet.

 

8.4.3.2 Die Aufmauerung der Glasbausteine muss mit Zementmörtel, bestehend aus scharfkantigem Sand (Körnung: 0 mm bis 3 mm ) und Portlandzement (PZ 35 F) im Mischungsverhältnis 1 : 4 (nach Raumteilen), erfolgen.

 

8.4.3.3 In allen horizontalen und vertikalen Fugen ist wechselseitig je 1 Bewehrungsstab, Durchmesser 6 mm, aus Betonstabstahl anzuordnen.

1) Glasbausteine, 190 mm x 190 mm 80 mm, nach DIN 18175 / EN 1051

2) Dehnungsfuge, etwa 15 mm, Mineralfaserplatten (Klasse DIN 4102A)

3) Zementmörtel-Randstreifen, etwa 60 mm hoch, Mörtelgruppe III.

Bewehrung 2. Durchmesser 6 mm, BSt 420/500 RU

4) Zementmörtelfugen, etwa 12 mm, Mörtelgruppe III

5) Fugenbewehrung 1, Durchmesser 6 mm, BSt 420/500 RU

6) Mauerwerk oder Beton

 

Bild: Verglasung aus Glasbausteinen

8.4.3.4 In allen waagerechten und senkrechten Randstreifen sind je 2 Bewehrungsstäbe, Durchmesser 6 mm, anzuordnen. 8.4.3.5 Die Dehnungsfuge zwischen dem Randstreifen und dem angrenzenden Mauerwerk oder der angrenzenden Betonwand muss aus etwa 15 mm dicken Mineralfaserplatten der Baustoffklasse A bestehen.

 

8.4.3.6 Der Sturz über der Verglasung muss statisch und brandschutztechnisch so bemessen werden, dass die Verglasung außer ihrem Eigengewicht keine zusätzliche vertikale Belastung erhält.

 

8.4.3.7 Die angrenzende Wand muss aus mindestens 240 mm dickem Mauerwerk nach DIN 1053 Teil 1 mit Steinen mindestens der Festigkeitsklasse 12 und Mörtel mindestens der Mörtelgruppe II oder aus mindestens 240 mm dickem Beton bzw. Stahlbeton nach DIN 1045 mit Beton mindestens der Festigkeitsklasse B 10 bzw. B 15 bestehen.

 

8.4.3.8 Pfeiler aus Mauerwerk oder Stützen aus Beton zwischen den Verglasungen müssen Querschnittsmaße von mindestens 240 mm x 240 mm aufweisen.

 

8.4.3.9 Der Randstreifen der Verglasung muss 40 mm tief durch einen Anschlag aus Mauerwerk oder Beton abgedeckt sein (siehe Bild 75).

 

8.4.4 Feuerwiderstandsklassen von Verglasungen aus Glasbausteinen

8.4.4.1 Waagerecht angeordnete Verglasungen nach Abschnitt 8.4.2 gehören zur Feuerwiderstandsklasse G 30.

 

8.4.4.2 1schalige senkrechte Verglasungen nach Abschnitt 8.4.3 gehören zur Feuerwiderstandsklasse G 60.

 

8.4.4.3 2schalige senkrechte Verglasungen nach Abschnitt 8.4.3 gehören unter Beachtung der folgenden Punkte zur Feuerwiderstandsklasse G 120:

a) Der lichte Abstand zwischen den einzelnen Schalen muss > 30 mm betragen.

b) Der Zwischenraum zwischen den Randstreifen ist umlaufend mit > 30 mm dicken Mineralfaserplatten der Baustoffklasse A so zu füllen, dass die Randstreifen jeweils abgedeckt sind.

c) Wegen der Zweischaligkeit muss die Wanddicke aus Mauerwerk oder Beton mindestens 365 mm betragen.

 

„Wiedergegeben mit Erlaubnis des DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Maßgebend für das Anwenden der Norm ist deren Fassung mit dem neuesten Ausgabedatum, die bei der Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 1000 Berlin 30, erhältlich ist.“

 

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